Eine Ausstellung mit Konzert im Ballhaus, Düsseldorf

Klänge, die man nicht hören aber sehen kann – Geschichten, die nicht stattgefunden haben und trotzdem hier sind.

Peter Hölscher und Bernhard Kucken verbinden nicht nur die gemeinsamen Wurzeln in Düsseldorf. Beide werden auch von derselben Idee angetrieben: der Suche nach einer weiteren Realität und diese sicht-/hörbar werden zu lassen. Bei beiden steht die Bildhauerei im Zentrum, beide nutzen Vorgefundenes – und dessen immanente Geschichte – als Ausgangspunkt für ihre plastischen Arbeiten. Jedoch gelangen beide über sehr verschiedene Wahrnehmungstechniken zu ihren Verkörperungen.

Bernhard Kucken richtet sein Augenmerk auf die Wahrnehmung selbst. Wie auch seine Zeichnungen, zeigen seine Plastiken mit ihrer skizzenhaften Lebendigkeit das Unmittelbare der subjektiven Wahrnehmung im Hinblick auf gelebtes Leben. Zunehmend kombiniert er diese mit der Eigenwirkung von Alltagsgegenständen oder den Blickwinkeln anderer Künstler.

Peter Hölscher baut Klangskulpturen, deren Klänge nicht nur akustisch wahrnehmbar sind, sondern auch optisch; er fotografiert sie während ihrer Entstehung. Klänge sehen – Bilder hören, bei Hölscher funktioniert‘s in beiden Richtungen. Darum sind während der Ausstellung die Skulpturen zunächst nicht zu hören; nur anhand der Fotografien kann man sich ein Bild von den Klängen machen. Am 1. Juni werden sie auch akustisch erklingen und die Besucher können ihre optische mit der akustischen Wahr­nehmung der Klänge vergleichen.

1.JUNO führt die ähnlichen und doch so unterschiedlichen Konzepte der beiden Künstler zusammen, wenn 11 Musiker aus Köln und Düsseldorf auf den Klangskulpturen Hölschers (endlich!) und zwischen den Plastiken Kuckens spielen werden. Zusammen mit »richtigen« Musikinstrumenten und Gesang, geben sie Kompositionen von Dietmar Bonnen, John Cage, Peter Hölscher, Manfred Niehaus und Andreas Schilling. Um den Bogen – von der Musik zurück zur Kunst – zu schließen, kommen auch grafische Notationen zum Einsatz, die selbst der Bildenden Kunst zuzurechnen sind.