Am Anfang war die Schwerkraft

Schwein gehabt

»Der letzte Kulturposten vor der Tankstelle« oder so ähnlich, begann der Artikel im Künstlerhandbuch der Stadt Düsseldorf von 1990, den der begeisterte Redakteur über die Künstlergruppe Schwerkraft geschrieben hatte. Mit viel Einsatz, vor allem dem des Vorschlaghammers, und einer ansehnlichen Summe Fördergeldes vom Kulturamt hatten sich vier junge Künstler ans Werk gemacht und aus dem 500 qm großen Abstellraum und ehemaligen Schweinestall der Familie von Burgsdorff ein Refugium der Kunst und Kultur entsehen lassen.

Die Mitglieder wechselten, der Stall selbst aber blieb über die Jahre derselbe: mitten in Düsseldorf ein Ort der Kontemplation – zu Anfang auch noch in ländlicher Ruhe –, ein Ort, dem nie die Geschichten ausgegangen waren und die er bereitwillig an die Künstler weitergegeben hatte.

Viele Werke sind hier in 15 Jahren entstanden, Bilder, Grafiken, Fotos und Skulpturen; letztere zumeist aus Materialien aus der Gegend oder gar aus dem Stall selbst, die nun an anderem Orte an den Stall erinnern. Auch jede Menge Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen haben hier stattgefunden. Auch diese Tradition geht weiter – andernorts.

Die Schwerkraft ist geblieben, jedenfalls diejenige, die dafür sorgt, dass der Apfel auf den Boden findet. Kunst und Kultur hingegen finden nun in der Reuschenberger Mühle in Leverkusen statt. Mal sehen, was dort in den nächsten 15 Jahren über die Bühne geht …