Auf der Flucht

oder: kein Platz für Künstler

Dass ich auf dem Gelände nicht erwünscht war, hätte ich mir an fünf Fingern abzählen können. Immerhin war der Abriss weiträumig eingezäunt und das heißt für gewöhnlich: Wir müssen draußen bleiben. Aber für einen gestandenen Fotoreporter ist das doch eher eine Herausforderung – in diesem Fall jedoch eine, die ich im Nachhinein besser nicht angenommen hätte.

Es hatte ganz harmlos angefangen, ein kleiner Schubser von der Baggerschaufel — Baggerschaufel? Zunächst hatte ich an eine ungeschickte Bewegung meinerseits gedacht. Als sich dann aber immer mehr solcher Kleinigkeiten zuzutragen begannen, fand ich mein Herz plötzlich in der Hose wieder. Es war wirklich Zeit zu gehen, als von allen Ecken des Geländes Dieselmotoren starteten – von selbst, außer mir war niemand da.

Da flogen auch schon die ersten Steine, ach was, Mauern, und zerschellten mit ohrenbetäubendem Lärm oder schlugen riesige Löcher in reichlich herumfliegende Eisenbehälter. Nur gut, dass der Zaun so durchlässig war.

Zum ersten Mal hatte ich mir gewünscht, statt meiner Foto-, eine Videokamera in Betrieb gehabt zu haben – man kann die stählernen Dämonen zwar sehen, nur glauben wird mir sicher niemand.