
Klangskulptur „Ben” ist erstes Projekt im neuen „Kunstraum Obst”
HOLWEIDE. Wenn Tante Gretchen das wüsste! Nach dem Krieg war in dem Flachbau
Piccoloministraße 330 ein Lebensmittelgeschäft ansässig, danach
30 Jahre lang eine Wäscherei und Heißmangel. Jetzt hat Neffe Dietmar
Bonnen, Chef des Obst-Musiklabels, die Räumlichkeiten, einer ganz anderen
Nutzung zugeführt. Kürzlich wurde der Laden mit dem großen Schaufenster
als Kunstraum Obst" wiedereröffnet, und Holweide,
bislang eher selten als Schauplatz aktueller Kunst bekannt, hat nun einen Raum,
in dem vor allem die Verbindung von Bildender Kunst und Musik thematisiert
werden soll.
Das erste Projekt war die Klangskulptur 'Ben von Peter Hölscher. Ben
besteht aus einer Eisenstange, die über einen Federmechanismus einen Draht
in einem archaisch anmutenden Holzgehäuse in Schwingung versetzt. Diese
Schwingungen werden per Tonabnehmer verstärkt, zusätzlich befindet
sich im Inneren des Gehäuses ein Kontaktmikrofon, das Geräusche von
außen aufnimmt. „Als ich das zum ersten Mal ausprobierte, haben
mich die Klänge an Big Ben erinnert, aber der Name war mir dann doch zu
blöd, deshalb habe ich die Skulptur Ben genannt”, erläuterte
Hölscher die Namensgebung.
Der Bassist Andreas Schilling, mit Hölschers früheren Klangskulpturen
vertraut, hatte für Ben ein Stück komponiert, das er im Kunstraum
aufführte. Schilling klopfte, rieb und kratzte auf dem Holzkorpus herum
und jagte diese Klänge dann durch ein „Delay"-Gerät, das
die verschiedenen Geräusche speicherte und in regelmäßigen Abständen
wiedergab. Das Klangspektrum reichte von dunklen Glockentönen bis zu vielfältigen,
sich überlagernden rhythmischen Strukturen.
Der Kunstraum ist samstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung
unter Telefon 63 48 98.